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Aktuelle Seite: Inzersdorf ob der Traisen-Kriegerdenkmal
NÖD-10
Bez. St. Pölten Land

Bildhauer

Emilian Slabe

1921

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde nahezu in jeder Stadt, in jeder Gemeinde ein Kriegerdenkmal errichtet, um der gefallenen Mitbürger zu gedenken.

Je nach finanziellen Möglichkeiten wurde deren Ausführung Bildhauern oder/und Architekten übertragen, wurden kostengünstige Kunststeinabgüsse erworben oder nur einfache Tafeln mit den Namen der Gefallenen zu einem Denkmal arrangiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden entsprechende Namenstafeln hinzugefügt.

Die kleine Ort Inzersdorf ob der Traisen hatte nach Ende des Ersten Weltkriegs 36 gefallene Mitbürger zu beklagen und im Jahr 1921wurde beschlossen, ihnen als Dank und zur Erinnerung ein Denkmal zu errichten.

Auf Grund der beschränken finanziellen Mittel wurde von der St. Pöltner Bildhauerwerkstätte Slabe eine Stele mit dem Relief eines Soldaten aus kostengünstigem Kunststeinguss erworben. (mehr hier)

Für die Aufstellung der Stele wurde allerdings eine aufwändige architektonische Rahmung gewählt. Die tief ausgebildete, massiv wirkende Ädikula, die nach der Renovierung in strahlendem Weiß erscheint, wird von zwei kräftigen, rot gebänderten Säulen flankiert. Auf deren Kapitellen sind Halbreliefs mit den Köpfen zweier Krieger angebracht. Den steil aufragenden Rundbogengiebel schmücken ein vergleichsweise überdimensionierter Helm und eine Handgranate. Auf der rot gestrichenen Rückwand der Nische ist ein Sonnensymbol dargestellt, dessen weiße Strahlen vom Zentrum eines schlichten, flach ausgeführten Sandsteinkreuzes ausgehen. Vor dieser Rückwand erhebt sich die Soldatenstele auf einem Sockel, auf dem die Namenstafeln der Gefallenen angebracht sind.

Durch die Kombination aus einer kostengünstigen vorgefertigten Soldatenstele und einer aufwändig gestalteten, individuell ausgeführten architektonischen Rahmung wurde ein bemerkenswerter Kontrast zwischen repräsentativer Monumentalität und der menschlichen Dimension des Kriegserlebens erzeugt. Während die monumentale, in ihren Proportionen beinahe manieristisch übersteigerte Ädikula auf konventionelle patriotische Gedenksymbolik verweist, vermittelt die vergleichsweise kleine Soldatenfigur eher den Eindruck von Leid und Erschöpfung als von kämpferischer Überlegenheit. Unabhängig davon, ob diese Wirkung beabsichtigt war, tritt dadurch weniger die Verherrlichung militärischer Heldentaten als vielmehr die Würdigung des vom Krieg gezeichneten Soldaten in den Vordergrund.

21. Jhd.