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Aktuelle Seite: Dobermannsdorf-Hl. Andreas
NÖS-39
Bez. Gänserndorf

Carl Weinbrenner

1900-1901

Die alte, österreichische Adelsfamilie Lichtenstein besass seit dem Mittelalter ausgedehnte Ländereien in Niederösterreich und soll im 13. Jahrhundert in Dobermannsdorf eine Pfarre gegründet haben. Die damals errichtete Kapelle genügte nicht mehr den zeitgemäßen Ansprüchen und Ende des 19. Jahrhunderts stiftete Fürst Johann II von Lichtenstein  einen neuen Kirchenbau, für dessen Ausführung er seinen Baudirektor Carl Weinbrenner beauftragte.

Der Architekt plante einen schlichten neogotischen Bau, dem er durch diverse Anbauten und einem asymmetrischen angefügten Turm die damals hoch geschätzte malerische Wirkung verlieh. Mit Heimatstilelementen sowie einem groben Verputz der Außenwände ist die Kirche dem dörflichen Umfeld angepasst. Die Gebäudekanten und Fensterumrahmungen wurden nicht wie üblich aus Stein hergestellt, sondern aus Kostengründen als Quaderimitationen in den Putz eingeritzt. Bei den Dächern setzte Weinbrenner mit rot bzw. grün glasierten Ziegeln, die in der Unterthemenauer Tonwarenfabrik seines Auftraggebers hergestellt wurden, farbige Akzente.

Im Kircheninneren sind teilweise die Wände des lang gestreckten, 22m x 8m großen Hauptraums sowie der Chorbereich und die Kanzel mit farbigen Schablonenmalereien versehen. Die figürlichen Glasmalereien stammen aus der Mayer’schen Hofkunstanstalt München.

Insgesamt ergibt sich das Bild eines typischen späthistoristischen Kirchenbaus (mehr hier), der das Vertraute anbietend heimatliche Geborgenheit ausstrahlt.

Historismus