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Aktuelle Seite: Jetzelsdorf-Maria Aufnahme in den Himmel
NÖS121
Bez. Hollabrunn

Johann (Hans) Hoffmann

1975-1976

Im Jahr 1784 wurde Jetzelsdorf von Kaiser Joseph II zur Pfarre erhoben und anstelle einer kleinen Kapelle eine Pfarrkirche gebaut. 1835 wurde die Kirche um eine Sakristei und ein Vorhaus erweitert. Nachdem die Kirche baufällig geworden war und zudem äußerst ungünstig an einer Straße lag, wurde 1975 ein Neubau beschlossen.

Der Architekt Hans Hoffmann entwarf einen quadratischen Zentralraum mit dem Ausmaß von 20x 20 Metern und einem Fassungsraum für rund 200 Personen. Er erschloss den Raum in der Diagonale, indem er an einer Ecke den Eingangsbereich durch eine Wand vom Hauptraum trennte, sodass ein Vorraum mit zwei seitlichen Zugängen entstand. Zwischen diesen beiden Eingängen befindet sich die Orgel, die durch zwei Stufen erhöht ist und mit einem Betonschranken vom Innenraum abgegrenzt wird. Gegenüber ist der Altarbereich angeordnet, der von einer Mauer – die Raumecke abschneidend - umfasst ist, sodass sich dahinter ein Raum für die Sakristei ergab.

Bemerkenswert ist der Kircheneingangsbereich, der trotz der ungünstigen Ecklage durch zwei hohe, oben abgeschrägte Stahlbetonscheiben und der eingefügten geometrischen Glockenstube eine Fassade erhielt, die die Assoziation mit einer Zweiturmfassade hervorruft.

Das hohe Pyramidendach ist aus Betonrippen konstruiert, an denen indirekte Beleuchtungskörper Tageslicht vortäuschen sollen. Die Ausfächerung der Rippen mit Holz „strahlt Behaglichkeit aus“ (Bauforum 79.1980). Die Wände des Innenraums sind verputzt, während die tragenden Elemente sowie die Trennwände aus Sichtbeton ausgeführt sind.

Die Einrichtung stammt zum Teil aus der alten Kirche: Das Anfang des 20. Jhds überarbeitete Kruzifix stammt aus der Barockzeit. Die Marienstatue wurde in der Ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gefertigt, das Taufbecken im Vorraum entstand um 1800. Die modernen liturgischen Einrichtungen wurden von Josef und Miroslava Symon aus behauenem Serpentin hergestellt.

Die alte Pfarrkirche wurde 1976 profaniert, stand zunächst lange Zeit leer und sollte, da sie ein Verkehrshindernis darstellte, abgerissen werden. Nachdem Jetzelsdorf eine Straßenumfahrung erhalten hat, wurde jedoch die Kirche renoviert und zu einem Veranstaltungszentrum sowie einer Vinothek umfunktioniert - was ihr die Bezeichnung „Weinkirche“ eintrug.

20. Jhd.