3470 Gem. Kirchberg am Wagram
Bei der Filialkirche St. Sebastian
Bildhauer
1921
Der enorme Verlust an Menschenleben im Ersten Weltkrieg hatte nahezu jede Familie und Dorfgemeinschaft unmittelbar betroffen und es entstanden insbesondere in den frühen 1920er Jahren zahlreiche Kriegerdenkmäler zum Gedenken an die Gefallenen.
Je nach finanziellen Möglichkeiten wurde deren Ausführung Bildhauern oder/und Architekten übertragen, wurden kostengünstige Kunststeinabgüsse erworben oder nur einfache Tafeln mit den Namen der Gefallenen zu einem Denkmal arrangiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden entsprechende Namenstafeln hinzugefügt.
Der große Bedarf an entsprechenden Produkten veranlasste zahlreiche Bildhauer, in ihren Werkstätten kostengünstigen Kunststeinabgüsse herzustellen. Eine der bekanntesten Bildhauerwerkstätten war die in St. Pölten tätige Fa. Slabe, die eine Stele mit einer Soldatenfigur anbot und gleichzeitig auch einen Entwurf für deren Aufstellung auf einem mehrfach gestuften Sockel bereitstellte. (mehr hier)
Im August 1921 erwarb die Gemeinde Neustift im Felde Slabes Modell um 26.000 Kronen. Es wurde an der Südseite der Filialkirche Hl. Sebastian errichtet und durch eine gebogene Blechüberdachung sowie Gravierungen an zwei Sockelstufen erhielt es eine individuelle Erscheinungsform.
Bereits wenige Wochen später, im September 1921 erfolgte unter großer Beteiligung der Bevölkrung die feirliche Einweihung des Denkmals.
1963 wurde die Tafel mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs durch eine neue ersetzt, die die Namen der Gefallenen beider Weltkriege sowie die Namen der Vermissen auflistet.
