Zum Inhalt springen
Aktuelle Seite: Gansbach-Kriegerdenkmal
NÖD-13
Bez. Melk

Bildhauer

Emilian Slabe

1921

Der enorme Verlust an Menschenleben im Ersten Weltkrieg hatte nahezu jede Familie und Dorfgemeinschaft unmittelbar betroffen und es entstanden insbesondere in den frühen 1920er Jahren zahlreiche Kriegerdenkmäler zum Gedenken an die Gefallenen.

Je nach finanziellen Möglichkeiten wurde deren Ausführung Bildhauern oder/und Architekten übertragen, wurden kostengünstige Kunststeinabgüsse erworben oder nur einfache Tafeln mit den Namen der Gefallenen zu einem Denkmal arrangiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden entsprechende Namenstafeln hinzugefügt.

Der große Bedarf an entsprechenden Produkten veranlasste zahlreiche Bildhauer, in ihren Werkstätten kostengünstigen Kunststeinabgüsse herzustellen. Eine der bekanntesten Bildhauerwerkstätten war die in St. Pölten tätige Fa. Slabe, die eine Stele mit einer Soldatenfigur anbot und gleichzeitig auch einen Entwurf für deren Aufstellung auf einem mehrfach gestuften Sockel bereitstellte. (mehr hier)

Im Jahr 1921 beschloss die „Vereinigung der Heimkehrer von Gansbach und Kicking“ ein Kriegerdenkmal zu stiften. Mit Hilfe von Spenden der Bewohner der zwei kleinen, benachbarten Orte wurde von der St. Pöltner Firma Slabe eine kostengünstige Kunststeinstele mit einer Soldatenfigur erworben und entsprechend dem Modell Slabes auf einem Sockel aufgesetzt. An dessen Vorderseite befindet sich eine Marmortafel mit der Inschrift: DEN TOTEN ZUR EHR, DEN LEBENDEN ZUR MAHNUNG. An beiden Seiten des Sockels wurden Tafeln mit den Namen der 36 im Ersten Weltkrieg und der 63 im Zweiten Weltkrieg gefallenen Mitbürgern der beiden Orte befestigt.  

Im Unterschied zu Slabes Modell erhielt die Stele allerdings einen Aufbau in Form einer vierteiligen Kuppel, die von einem plastisch ausgeführten Flammenbündel bekrönt wird, wodurch das Denkmal eine individuelle Gestaltung erhielt.

Am 22. Mai 1921 erfolgte die Weihe des an der Längswand der Ortskirche Hl. Bartholomäus errichteten Denkmals und „dasselbe bildet“, wie es in der Sankt Pöltner Zeitung heißt, „ein schönes und würdevolles Andenken an die gefallenen Helden“.

Interessant ist, dass die gleiche Variante nur fünf Tage später in Stollhofen, einem Stadtteil von Traismauer geweiht wurde. Spekulation muss bleiben, ob diese Errichtungsvariante ebenfalls von der Firma Slabe angeboten wurde, oder ob in den beiden Orten der selbe Baumeister tätig war, der die Kuppelvariante erdachte.

21. Jhd.