3384 Haunoldstein
Hauptplatz
Bildhauer
1923
Der enorme Verlust an Menschenleben im Ersten Weltkrieg hatte nahezu jede Familie und Dorfgemeinschaft unmittelbar betroffen und es entstanden insbesondere in den frühen 1920er Jahren zahlreiche Kriegerdenkmäler zum Gedenken an die Gefallenen.
Je nach finanziellen Möglichkeiten wurde deren Ausführung Bildhauern oder/und Architekten übertragen, wurden kostengünstige Kunststeinabgüsse erworben oder nur einfache Tafeln mit den Namen der Gefallenen zu einem Denkmal arrangiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden entsprechende Namenstafeln hinzugefügt.
Der große Bedarf an entsprechenden Produkten veranlasste zahlreiche Bildhauer, in ihren Werkstätten kostengünstigen Kunststeinabgüsse herzustellen. Eine der bekanntesten Bildhauerwerkstätten war die in St. Pölten tätige Fa. Slabe, die eine Stele mit einer Soldatenfigur anbot und gleichzeitig auch einen Entwurf für deren Aufstellung auf einem mehrfach gestuften Sockel bereitstellte. (mehr hier)
Im Jahr 1923 erwarb die Gemeinde von der FA. Slabe die Stele mit der Soldatenfigur und errichtete an der Eingangsseite der Pfarrkirche Hl. Michael das Kriegerdenkmal entsprechend dem Modell Slabes in der Sockelvariante.
Im Jahr 1958 beschloss jedoch die Gemeinde, die am Hauptplatz gelegene, im Jahr 1692 errichtet Ortskapelle zur Kriegergedächtniskapelle umzuwidmen. Die Kapelle wurde restauriert, und am Äußeren durch eine Gedenktafel als Kriegerdenkmal kenntlich gemacht. Im Inneren weisen sodann Gedenktafeln mit den Namen der Gefallen und der Vermissten beider Weltkriege und zusätzlich eine Porträttafel von Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkriegs auf den Verwendungszweck hin.
Das Denkmal am Friedhof wurde abgetragen und die Stele - den einstigen Kriegshelden buchstäblich vom Sockel stoßend –auf einer niedrigen Bodenplatte neben der Kapelle aufgestellt und damit zu einem vergleichsweise minimalistisch wirkenden Kriegerdenkmal reduziert.


Kriegergedächtniskapelle, links die Stele mit der Soldatenfigur.

In der Mitte der Ansichtskarte ist das ursprüngliche Denkmal zu sehen.