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Aktuelle Seite: Kettenreith Kriegerdenkmal
NÖD-41
Bez. Melk

Bildhauer

Emilian Slabe

1921

Der enorme Verlust an Menschenleben im Ersten Weltkrieg hatte nahezu jede Familie und Dorfgemeinschaft unmittelbar betroffen und es entstanden insbesondere in den frühen 1920er Jahren zahlreiche Kriegerdenkmäler zum Gedenken an die Gefallenen.

Je nach finanziellen Möglichkeiten wurde deren Ausführung Bildhauern oder/und Architekten übertragen, wurden kostengünstige Kunststeinabgüsse erworben oder nur einfache Tafeln mit den Namen der Gefallenen zu einem Denkmal arrangiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden entsprechende Namenstafeln hinzugefügt.

Der große Bedarf an entsprechenden Produkten veranlasste zahlreiche Bildhauer, in ihren Werkstätten kostengünstigen Kunststeinabgüsse herzustellen. Eine der bekanntesten Bildhauerwerkstätten war die in St. Pölten tätige Fa. Slabe, die eine Stele mit einer Soldatenfigur anbot und gleichzeitig auch einen Entwurf für deren Aufstellung auf einem mehrfach gestuften Sockel bereitstellte. (mehr hier)

Unter der Federführung des Bürgermeisters Eduard Hirth wurde von der Gemeinde und Schulgemeinde die Errichtung eines Kriegerdenkmals beschlossen und zu diesem Zweck die Stele mit der Soldatenfigur von der Fa. Slabe erworben. Entsprechend dem Entwurf Slabes wurde sie auf einem Sockel montiert und auf dessen Vorderseite eine Tafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg achtzehn Gefallenen angebracht, wobei in der St. Pöltner Zeitung betont wird, dass „8 noch bange vermisst werden.“ Am 21. August 1921 fand, wie es weiter heißt „unter großer Beteiligung ungeheurer Volksmassen“ die feierliche Enthüllung und Weihe des Kriegerdenkmals statt.

Insbesondere in den 1950er Jahren wurden bei nahezu allen bestehenden Kriegerdenkmälern Namenstafeln für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs hinzugefügt. In Kettenreith ging man hingegen über eine solche Erweiterung hinaus und nahm eine grundlegende architektonische Änderung vor. Der ursprüngliche Denkmalsockel wurde durch einen mächtigen, querrechteckigen Granitquader ersetzt und die Anlage mit vier neuen Namenstafeln versehen. Zwei davon führen die Gefallenen des Ersten Weltkriegs an, deren Zahl sich auf 26 erhöht hatte. Eine dritte Tafel nennt die 13 Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Auf der vierten sind die Namen der Vermissten aus Kettenreith sowie der Gefallenen und Vermissten des benachbarten Ortes Umbach verzeichnet. Am unteren Rand der beiden mittleren Tafeln verweist die Inschrift: „ERBAUT UNTER – ED. HIRTH 1921“ auf die Errichtung des ursprünglichen Denkmals unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters.

Der Austausch des ursprünglichen Sockels gegen einen massiven Granitblock verlieh dem Denkmal insgesamt größere Dimensionen, veränderte damit jedoch auch die optische Ausdruckskraft der Soldatenstele. Der breite, wuchtige Unterbau tritt als eigenständiges Gestaltungselement in den Vordergrund und verringert die ursprünglich stärker auf die Figur konzentrierte Wirkung

21. Jhd.